Position der politischen Parteien:
die alpinen Vereine fordern Klarheit!

Stellungnahmen von SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grünen, BZÖ, Team Stronach und NEOS

Die alpinen Vereine haben die Parteivorsitzenden aufgefordert, Position zur Förderungsproblematik zu beziehen und ihnen drei Fragen gestellt: 

  • Wie sehen Sie die Bedeutung des alpinen Schutzhütten- und Wegenetzes in Österreich?
  • Sind Sie für eine Erhöhung der Hütten- und Wegeinfrastrukturmittel des Bundes von derzeit € 1,5 Mio. auf € 4 Mio. (dieser Betrag entspricht dem mit dem Baukostenindex valorisierten Betrag des Jahres 1992)?
  • Sind Sie für eine gesetzliche Absicherung der Förderung, damit den alpinen Vereinen eine planbare Bewirtschaftung und Erhaltung der alpinen Infrastruktur ermöglicht wird?

Hier die Antworten von Werner Faymann (SPÖ), Harald Nagl/Michael Spindelegger (ÖVP), Norbert Hofer (FPÖ), Eva Glawischnig (Die Grünen), Josef Bucher (BZÖ), Daniel Brandtmayer (Team Stronach) und Matthias Strolz (NEOS).

 

Stellungnahmen der Parteien - Vorschau

Stellungnahme der SPÖ

Werner Faymann, Bundeskanzler

Der Wander- und Alpintourismus spielt in der österreichischen Tourismuswirtschaft eine wichtige Rolle. Die Erhaltung der alpinen Infrastruktur durch die Tätigkeit der österreichischen alpinen Vereine bildet dabei eine wesentliche Grundlage. Dieses Kulturgut, das auch ein wesentlicher Bestandteil der österreichischen Identität ist, muss in jedem Fall in gutem Zustand erhalten werden.

Ich werde mich daher dafür einsetzen, dass die nötigen Mittel vom Bund zur Verfügung gestellt werden und auch im kommenden Bundesfinanzrahmengesetz verankert werden, damit die Erhaltung der alpinen Hütten und Wege nachhaltig gesichert werden kann.

SPÖ
 

Stellungnahme der ÖVP

Harald Nagl im Auftrag von Vizekanzler Michael Spindelegger

Das alpine Schutzhütten- und Wegenetz ist ein wertvoller Bestandteil des österreichischen Tourismus, und die alpinen Verein tragen maßgeblich zum Wohlbefinden und zur Gesundheit der Menschen in unserem Land bei. Unsere Bemühungen zur Förderung des Tourismus haben in den letzten Jahren Früchte getragen. Allein im Jahr 2012 stieg die Zahl der Nächtigungen auf den Rekordwert von 130,79 Mio. an. Darüber hinaus haben wir die Entwicklung eines alpinen Wegeinformationssystems unterstützt, und mit „theALPS“ eine Plattform gegründet, die tourismuspolitische Zusammenarbeit im Alpentourismus forciert.

Die Bundesförderung für Schutzhütten und alpine Infrastruktur liegt heuer bei 1,8 Mio. Euro. Wir wollen die weitere Unterstützung der alpinen Vereine im Rahmen von Förderprogrammen für alpine Schutzhütten und das alpine Wegenetz garantieren. Es ist uns ein wichtiges Anliegen die alpine Infrastruktur zu erhalten.

Wir werden uns dafür einsetzen, dass auch in Zukunft genügend Budgetmittel für diesen Bereich zu Verfügung stehen.

Ihre Forderungen nehmen wir selbstverständlich gerne für die weitere Diskussion auf.

ÖVP
 

Stellungnahme der FPÖ

Norbert Hofer, stv. Bundesparteiobmann

Wie sehen Sie die Bedeutung des alpinen Schutzhütten- und Wegenetzes in Österreich?
Das Schutzhütten- und Wegenetz in Österreich hat nicht nur für den Tourismus sondern auch für die Freizeitgestaltung der ansässigen Bevölkerung hohe Bedeutung. Wenn wir uns weiterhin zum Ziel setzen wollen, unsere Heimat mit all ihrem Reichtum an menschlichen Qualitäten, an Fauna und Flora sowie ihrer Vielfalt erfolgreich zu bewerben, dann spielt die Infrastruktur im Bereich der Hütten und Wege eine ganz zentrale Rolle.

Sind Sie für eine Erhöhung der Hütten- und Wegeinfrastrukturmittel des Bundes von derzeit € 1,5 Mio. auf € 4 Mio. (dieser Betrag entspricht dem mit dem Baukostenindex valorisierten Betrag des Jahres 1992)?
Wie in vielen anderen Bereichen (Familienbeihilfe, Pflegegeld, etc.) sind wir auch bei den Mitteln für die Hütten- und Wegeinfrastruktur für eine Inflationsabgeltung. Somit wären nunmehr rund 4 Millionen Euro an Förderungen jährlich zu gewährleisten. Aufgrund der in den letzten Jahren nicht erfolgten Wertanpassung sind wir aber auch dafür, einmalig einen zusätzlichen Förderbetrag von 10 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.

Sind Sie für eine gesetzliche Absicherung der Förderung, damit den alpinen Vereinen eine planbare Bewirtschaftung und Erhaltung der alpinen Infrastruktur ermöglicht wird?
Wir sprechen uns zudem für eine gesetzliche Absicherung der Förderzuwendungen aus, damit für die Betreiber echte Investitionssicherheit gewährleistet ist und jene Menschen, die mit ihrer Leistung einen wesentlichen Beitrag für unsere Bergwelt leisten, nicht Jahr für Jahr als Bittsteller auftreten müssen.

Sollte es noch vor der Nationalratswahl nicht zur Umsetzung der notwendigen finanziellen Zuwendungen kommen, werden wir dazu bereits im Herbst einen Antrag im Parlament einbringen und mit den konstruktiven Kräften in den anderen Fraktionen an einer raschen Umsetzung arbeiten. Im Tiroler Landtag hat es dazu ja bereits eine Initiative von uns gegeben.

FPÖ
 

Stellungnahme der Grünen

Eva Glawischnig, Klubobfrau

Wie sehen Sie die Bedeutung des alpinen Schutzhütten- und Wegenetzes in Österreich?
Die vor allem von den Alpinen Vereinen bereitgestellten und gepflegten Hütten und Wege sind eine unverzichtbare Basis für nachhaltigen, naturverträglichen Tourismus in weiten Teilen Österreichs. Ohne diese alpine Infrastruktur und den großen ehrenamtlichen Einsatz ihrer Erhalterinnen und Erhalter wäre das "wanderbare Österreich" nur ein Slogan!

Sind Sie für eine Erhöhung der Hütten- und Wegeinfrastrukturmittel des Bundes von derzeit € 1,5 Mio. auf € 4 Mio. (dieser Betrag entspricht dem mit dem Baukostenindex valorisierten Betrag des Jahres 1992)?
Ja, eine derartige Erhöhung ist überfällig und angesichts der Fördermillionen für "harte" Infrastruktur im Alpenraum von Beschneiung bis Seilbahnen mehr als gerechtfertigt. Die Grünen haben bereits in den Budgetdebatten der vergangenen Jahre wiederholt auf eine Valorisierung und Erhöhung gepocht und zuletzt am 3. Juli 2013 im Nationalrat eine entsprechende Debatte veranlasst. Unser Antrag dieses Inhalts wurde jedoch unverständlicherweise von den Regierungsparteien SPÖ und ÖVP abgelehnt. Wir werden diese Forderung aber auch weiterhin, unter anderem in etwaigen Regierungsverhandlungen nach der Nationalratswahl, mit Nachdruck vertreten.

Sind Sie für eine gesetzliche Absicherung der Förderung, damit den alpinen Vereinen eine planbare Bewirtschaftung und Erhaltung der alpinen Infrastruktur ermöglicht wird?
Förderungen entfalten generell die beste Wirkung, wenn sie planbar und gleichmäßig vergeben werden. Angesichts der zeitlichen und sonstigen Einschränkungen für Bauarbeiten im Berggebiet ist Planbarkeit bei der Erhaltung und ökologischen Sanierung der Hütten und Wege doppelt wichtig. Eine längerfristige gesetzliche Absicherung der Förderung über die jährliche Festlegung in den öffentlichen Budgets hinaus wäre daher sehr sinnvoll und wird von uns Grünen unterstützt.

Die Grünen
 

Stellungnahme des BZÖ

Josef Bucher, Bündnisobmann/Klubobmann

Wie sehen Sie die Bedeutung des alpinen Schutzhütten- und Wegenetzes in Österreichs?
Der Erhalt und Ausbau der alpinen Infrastruktur, sprich: der Schutzhütten und Wanderwege, ist für mich, der ich selbst ein begeisterter Bergsteiger und Wanderer bin, von herausragender Bedeutung. Mein größter Dank gilt in diesem Zusammenhang den vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern und Helfern, die sich um den Erhalt der Infrastruktur und insbesondere des Wegenetzes mit größtem Einsatz kümmern.

Sind Sie für eine Erhöhung der Hütten- und Wegeinfrastrukturmittel des Bundes von derzeit 1,5 Mio. Euro auf 4 Mio. Euro?
Leider wurde seitens der derzeitigen Bundesregierung das Schutzhüttenprogramm ausgehungert bzw. wurden die Mittel für die Förderung der alpinen Infrastruktur in den letzten Jahren nicht nur nicht erhöht sondern sogar noch gesenkt.
Wir unterstützen daher die Forderung, die Mittel für den Erhalt und Ausbau der alpinen Infrastruktur entsprechend zu erhöhen.

Sind Sie für eine gesetzliche Absicherung der Förderung, damit den alpinen Vereinen eine planbare Bewirtschaftung und Erhaltung der alpinen Infrastruktur ermöglicht wird?
Maßnahmen, die die budgetäre Planbarkeit von Erhaltungs- und Ausbaumaßnahmen im Bereich der alpinen Infrastruktur erhöhen, sind jedenfalls zu unterstützen.

BZÖ
 

Stellungnahme des Team Stronach

Daniel Brandtmayer, Klubdirektor-Stv.

Wie sehen Sie die Bedeutung des alpinen Schutzhütten- und Wegenetzes in Österreich?
Mit etwa 13.000 Schlafplätzen, im Sommer ca. 1550 Arbeitsplätzen und jährlich ca. 1.000.000 Besuchern sind allein die Hütten ein wichtiger touristischer Faktor. Darüber hinaus werden die Bergwege, Wanderwege, Klettersteige von meist ehrenamtlichen Funktionären kostenlos betreut. Die Wegenetze gewährleisten nicht nur die Sicherheit der Bergwanderer sondern dienen auch der Lenkung der Besucher.

Die Schönheit unseres Landes bedeutet nicht nur ein Mehr an Lebensqualität für uns, sondern ist auch für viele Gäste aus anderen Ländern einer der wesentlichsten Gründe dafür, Österreich als Urlaubsdestination zu wählen. Dieser Schönheit erfreuen sich viele unserer Gäste bei Wanderungen auf den Berg- und Wanderwegen und genießen auf den Hütten meist lokale, selbstgemachte Spezialitäten.

Weiters haben sich die alpinen Vereine auch dem alpinen Natur- und Umweltschutz und der Erhaltung unserer schönen Bergwelt verpflichtet um diese noch für die Generationen nach uns erlebbar zu machen.

Sind Sie für eine Erhöhung der Hütten- und Wegeinfrastrukturmittel des Bundes von derzeit € 1,5 Mio. auf € 4 Mio. (dieser Betrag entspricht dem mit dem Baukostenindex valorisierten Betrag des Jahres 1992)?
Ja, wenn klar ist, in welchem anderen Bereich diese eingespart werden können, ohne dass sich die Einsparung nachteilig auf diesen Bereich auswirkt.

Sind Sie für eine gesetzliche Absicherung der Förderung, damit den alpinen Vereinen eine planbare Bewirtschaftung und Erhaltung der alpinen Infrastruktur ermöglicht wird?
Wir vom Team Stronach wollen in einem Gesamtkonzept die Förderung der alpinen Vereine verankern und dadurch gewährleisten, dass sie auch in Zukunft ihre Aufgaben und Funktionen wahrnehmen können.

Team Stronach
 

Stellungnahme von NEOS

Matthias Strolz, Parteivorsitzender

Berge sind für 96 % der Österreicher_innen ein wichtiger Teil ihrer Identität. Wandern, der Kontakt mit der Natur ist für mich selbst nicht nur ein wunderbares Erlebnis, sondern ist mir ein tiefes Bedürfnis. NEOS, als Bürgerbewegung aus der Mitte der Gesellschaft, sieht die große Bedeutung des alpinen Schutzhütten- und Wegenetzes, das durch Ihren Einsatz und das unbezahlbare, beherzte und ehrenamtliche Engagement der Mitglieder Ihrer Organisationen sichergestellt wird.

Wir von NEOS können uns daher vorstellen, einer schrittweisen Anhebung der jährlichen Hütten- und Infrastrukturmittel von derzeit 1,8 Millionen Euro zuzustimmen und diese Forderung auf unsere Agenda für die Legislaturperiode 2013-2018 zu setzen.

Zusätzlich zu dieser Maßnahme kann durch kontinuierliches zivilgesellschaftliches Engagement Ihrerseits und zukünftige steuerliche Absetzbarkeit von Spenden für Ihre Vereine mittel- und langfristig unser gemeinsames Ziel erreicht werden: die Erhaltung alpiner Infrastrukturen trotz der steigenden Schäden durch Folgen des Klimawandels.

NEOS
 
 
pro Hütten und Wege
 
 
VAVOE | Verband alpiner Vereine Österreichs Oesterreichischer Alpenverein Naturfreunde Österreich ÖTK | Österreichischer Touristenklub
 
 

© 2013   Verband alpiner Vereine Österreichs (VAVÖ), Bäckerstraße 16, 1010 Wien, Österreich